Geschichte der Bürgergemeinde Münchenstein
Ein kurzer Abriss seit ihrer Entstehung.
Liebe
Mitbürgerinnen u. Mitbürger
Sicher haben Sie sich auch schon gefragt, woher eigentlich das Vermögen der Bürgergemeinde stammt, wie sie sich finanziert, was sie mit dem Geld macht, nachdem ja keine Steuer erhoben wird.
Ein erster Anhaltspunkt gibt uns das Gemeindegesetz von 1882, welches die Trennung von Einwohner- und Bürgergemeinde brachte und damit eine Ausscheidung der Güter.
Aus
dem damaligen Besitz der Bürgergemeinde wurden der Einwohnergemeinde alle Güter
zugewiesen, die sie für die Erfüllung ihrer hoheitlichen Aufgaben brauchte. Im
Eigentum der Bürgergemeinde verblieben die Trotte, der Wald und das weitgehend
von der Bürgerschaft genutzte Kulturland.
Obwohl mit dieser Aufteilung ein wesentlicher Teil des Landes im Besitz der Bürgergemeinde
blieb, stellte dieses Areal nach heutigem Masstab damals kein Vermögen dar,
denn Bauzonen und Landhandel im
heutigen Sinne gab es nicht.
Um
diese Zeit (1900) zählte Münchenstein 1'988 Einwohner, davon 293 Bürger.
Die Bürgergemeinde führte aber erst auf das Jahr 1918 eine eigenständige
Behörden- und Verwaltungsorganisation ein. Das Vermögen wird zu diesem
Zeitpunkt mit Fr. 357'437.49 ausgewiesen. Die Einnahmen betrugen Fr. 28'231.06
die Ausgaben Fr. 24'528.72.
Der Zins aus der Verpachtung der Steingrube im "Gipfli" an die
Portland-Cementfabrik laufend ab 1910 bildete die grösste Einnahmenquelle.
Mit der Festlegung von Bauzonen im Jahre 1936 und dann 1949/1951 und 1952
bekamen die bisher landwirtschaftlich genutzte Flächen zusammen mit der
wirtschaftlichen Entwicklung einen ganz anderen Stellenwert.
Die Nachfrage nach Bau- Gewerbe- und Industrieland nahm rasch zu und wir haben
es dem Weitblick der damaligen Bürgerschaft zu verdanken, dass kein
Landausverkauf stattfand.
Aus dem Jahre 1953 ist zwar ein Verkauf von 150m2 Bauland zum Preis von Fr.
10.-- pro m2 und aus dem Jahre 1960 ein Verkauf von 2846m2 bereits zum Preis von
Fr. 60.-- dokumentiert, grössere Flächen wurden aber nur gegen Realersatz
abgegeben.
Da ein Realersatz nicht immer gleichwertig bzw. vollständig wie z.B. bei der
Landabgabe für den Bau der J18 erfolgen konnte, haben diese Geschäfte der Bürgergemeinde
im Laufe der Jahre etliche Franken in die Kasse gebracht.
Weitere Einnahmenquellen bildeten die von 1962-1972 an die Einwohnergemeinde
verpachtete Steingrube im "Gipfli" und der an das Baudepartement
Basel-Stadt von 1966-1984 verpachtete
Steinbruch in der Winterhalle. Ab 1959 stiegen die Einnahmen und Ausgaben auf über
Fr. 100'000.-- und das Vermögen beträgt per 1.1.67 bereits ein mehrfaches.
Mit der Revision der Baurechtsdienstbarkeit im Jahre 1965 wurden die
gesetzlichen Grundlagen für die Abgabe von Land im Baurecht auch für grössere
Überbauungen geschaffen.
Dieses Instrument wurde von der Bürgergemeinde vor allem in der Gewerbezone Au,
dem Areal zwischen Pumpwerkstrasse u. Buchenstrasse eingesetzt. Mit der
Landabgabe im Baurecht sicherte
sich die Bürgergemeinde einen jährlichen Ertrag mit Anpassung an die
wirtschaftliche Entwicklung ohne den Besitz zu verlieren.
Bis Ende 1974 verwaltete die Bürgergemeinde auch die Armenkasse.
Das
Vermögen von Fr. 469'289.70 wurde mit dem Übergang des Fürsorgewesens per
1.1.1975
an die Einwohnergemeinde übertragen.
Das
heute in der Rechnung ausgewiesene Finanzvermögen besteht aus Bauland, mündelsicheren
Anlagen und den Liegenschaften "Siedlung Schmidhölzli", Hauptstrasse
24, Hauptstrasse 29, Hauptstrasse 60, Schlossgasse 1 und Schlossgasse 2. Das Verwaltungsvermögen ist vollständig abgeschrieben,
wobei der Wald, seit Jahren defizitär, heute
eher eine "Hypothek" darstellt und viele Bürgergemeinden ohne genügend
Kapital an den Rand der Eigenständigkeit bringt.
Interessant sind auch noch folgende Zahlen:
Im den letzten 40 Jahren hat die Bürgergemeinde mehrere Millionen im Verwaltungsvermögen investiert:
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Kauf und spätere Sanierung des Werkhofes der heutigen Forstbetriebsgemeinschaft Münchenstein-Arlesheim Fr. 400'000.--, | |
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Bau der Waldhütte "Schlössliwald" Fr. 235'000.--, | |
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Sanierung der historisch wertvollen und heute der Öffentlichkeit zugänglichen Trotte in zwei Bauetappen Fr. 1'400'000.--, | |
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Kauf
von diversen Parzellen Wald und Wiesland, rund 70'000m2, Fr. 1,3 Millionen. |
Die gute Finanzlage ermöglichte es der Bürgergemeinde auf der anderen Seite in den letzten Jahrzehnten grosszügige Leistungen zugunsten des Gemeinwesens zu erbringen:
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Das Land für die Schiessanlage wurde entschädigungslos zur Verfügung gestellt. | |
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Der Einwohnergemeinde wurde das Sportplatzareal Au im Baurecht zu einem Zins von 50Rappen pro m2 abgetreten. | |
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Für den Bau der "Alterssiedlung Loog" stellte die Bürgergemeinde 3343m2 bestes, zentral gelegenes Bauland zum Preis von 60Rappen pro m2 zur Verfügung (bei Abgabe des Baurechts nach finanzwirtschaftlichen Überlegungen hätte dieses Land der Bürgergemeinde während der Laufzeit von 99 Jahren statt Fr. 200'000.-- etwa Fr.5 Millionen eingebracht). | |
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Und erst kürzlich wurde im Rahmen der Sanierung der Einbau einer Schnitzelheizung mit Fr. 220'000.-- mitfinanziert. | |
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1964
wurde an den Bau des Altersheims Hofmatt ein Beitrag von Fr. 100'000.--
gesprochen. |
Die Bürgergemeinde ist nicht "reich".
Das Vermögen ist aber Garant für eine langfristige finanzielle Zukunftssicherung der Bürgergemeinde. Es dient als Sicherstellung für den Unterhalt der Liegenschaften, dem Ausgleich allfälliger Ertragseinbussen oder zur Finanzierung zusätzlicher Aufwendungen.
Daneben wird die Bürgergemeinde auch in Zukunft Zuwendungen für sinnvolle Projekte und Aufgaben zugunsten des gesamten Gemeinwesens leisten können.
Unsere Vorgänger haben mit Geschick und Augenmass den Grundstock zum heutigen Vermögen geschaffen.
Es
liegt an uns, dazu Sorge zu tragen um damit die Unabhängigkeit und Eigenständigkeit
der Bürgergemeinde auch für die Zukunft zu wahren.
Der
Bürgerrat