Neujahrsapéro 2005 der Bürgergemeinde

Fotos anlässlich des 
Neujahrs-Apéro im KUSPO Münchenstein
2. Januar 2005

8. Neujahrs-Apéro der Bürgergemeinde

 mz  Der vormalige Bürgerratspräsident Felix Brodbeck hat seinerzeit eine gute Idee in die Tat umgesetzt – und mittlerweile ist der Neujahrs-Apéro der Bürgergemeinde zu einem  Anlass geworden, den man nicht mehr missen möchte. Wo sonst trifft man so viele Bekannte, die man vielleicht seit Monaten nicht mehr gesehen hat, wo kann man besser alte Freundschaften mit dem Champagner-Glas in der Hand neu bekräftigen? Nirgendwo sonst wird man mit derart vielen guten Wünschen beschenkt wie am Neujahrs-Apéro! Und so war denn am Sonntagmorgen, am 2. Januar 2005, das KUSPO wiederum voll besetzt mit festlich gekleideten, froh gestimmten Menschen. Im Blick auf das schreckliche Seebeben und seine tödlichen Folgen war man doppelt dankbar, ungefährdet beieinander sein zu dürfen.

 Therese Mathys von der Kulturkommission hatte ein glückliches Händchen, als sie für den musikalischen Teil des Apéros die Sirius Brass-Band verpflichtete. Heiner Krause, der an der JMS Münchenstein Waldhorn unterrichtet, führte ebenso geschickt wie launig durchs Programm, das im ersten Teil mit  Musik aus Rossinis „Barbier von Sevilla“ das Publikum  zu tosendem Applaus und Bravorufen hinriss. Zum geschickt aufgebaute Programm, das mit Klängen aus der Renaissance begann und schliesslich zu  Gershwins „Porgy and Bess“  überleitete, gehörte auch der fulminant gespielte „Tiger Rag“ – ein Extra-Bravo galt dem Mann an der Tuba. Sirius ist eine begehrte, viel beschäftigte Band: Nach dem Auftritt in Münchenstein waren die fünf Musiker am Abend schon wieder anderswo verpflichtet. Dass Band-Leader Krause zwischendurch noch die Taufe seines Kindes feierte, soll ebenfalls erwähnt werden.

Zu Beginn hatte Bürgerrat Peter Brodbeck, Präsident der Kulturkommission, Worte der Begrüssung gesprochen. Zum Neujahrs-Apéro gehört aber traditionellerweise auch die Ansprache des Bürgerratspräsidenten. Clive Spichty setzte sich in seiner gehaltvollen Rede mit den verschiedenen Facetten des Begriffs Respekt auseinander. Respektvolles Verhalten gegenüber dem Mitmenschen signalisiert diesem  Wertschätzung und ermutigt ihn, während Entwürdigung und Abwertung im nachbarschaftlichen Umfeld, in der Politik, in der Wirtschaft und  bei sportlichen Anlässen für den Einzelnen wie auch für die Gesellschaft verheerende Folgen haben können. Lebensfördernd ist ebenso der Respekt vor der Natur. Der Bürgerratspräsident rief zu mehr gegenseitigem Respekt und zu einem Verhalten auf, das Respekt  rechtfertigt und schloss mit  guten Wünschen für ein friedliches und gutes Jahr 2005.

 

 

 
   

 Neujahrsansprache anlässlich des Neujahrsapéros der BG-M’stein vom 2.1.2005

 

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger

Immer wenn ein neues Jahr anfängt, ist es ja Tradition dass man sich etwas vornimmt oder wünscht.

Mein Thema zum letzten Jahr war „die Gerechtigkeit“, und ich hoffe dass Ihnen ist im vergangenen Jahr keine Ungerechtigkeit widerfahren ist.
Es kommt mir vor, als seien seit dem letzten Apéro erst ein paar Wochen vergangen, und trotzdem ist es schon ein ganzes Jahr her.

Neben viel Schönem und Guten, war es ein weiteres Jahr mit Kriege, mit Firmenschliessungen und Entlassungen, mir Anschlägen, politischen Wirren und Naturkatastrophen. Man könnte das Gefühl haben, die Welt drehe sich immer schneller, werde hektischer und unmenschlicher.

Und in all dieser Hektik scheint eine Tugend unter zu gehen; Es ist dies der „Respekt“.

Was verstehen wir unter „Respekt“?
Respekt bedeutet, dass man, der Existenz, den Gedanken und der Meinung von anderer Menschen, grossen Wert beimisst. Aber auch besonders die Natur und unsere Umwelt haben ein Recht auf unseren Respekt. Das Andere zu respektieren heisst, es mit Würde und Ehre zu behandeln. Ihm unsere Wertschätzung und Hochachtung zu bezeugen.

Das Wort Respekt kommt vom lateinischen „respectus“, was „anschauen“, „betrachten“ oder „zurückschauen“ bedeutet.
Gesund wachsende Beziehungen, sei dies in der Familie, im Beruf oder in der Politik, werden nur durch respektvolles Verhalten gefördert. Wenn man z.B. jemanden ermutigen will, respektiert man die andere Person in ihrer Existenz, und in ihrem Wert.

Der Mangel an Respekt, wie wir ihn leider heute, auf Schritt und Tritt antreffen, ist eine traurige Tatsache. Er ist ein Kennzeichen für Missachtung,  Unehrlichkeit, Unaufmerksamkeit, Oberflächlichkeit  und Entwürdigung.
Nur allzu viele Beispiele weisen uns täglich auf diesen Mangel hin.
Wenn Firmen, die mit unserer Arbeit erfolgreich wurden, aus Profitgründen ins billige Ausland abwandern, oder wenn sportliche Grossveranstalltungen um ihrer selbst willen, unsere bereits angeschlagene Natur missachten.
Aber auch wenn höchste Politiker, unsere direkte Demokratie als Volksdiktatur bezeichnen, nur weil das Volk ihre Machtgelüste einschränkte.

Ist dies ein respektvolles Verhalten?

Wir Menschen neigen dazu, uns gegenseitig zu ignorieren, und teilweise tun wir so, als würde es das andere gar nicht geben. Dadurch werden, unausweichliche Begegnungen gezwungen, stressig und oft sogar aggressiv. Grobheit ist normal, Höflichkeit wird vernachlässigt, und dies alles kann leider zum gewohnten Verhalten eines Menschen werden.

Wir Menschen aber suchen Respekt, weil wir uns selbst auch wichtig sind, und wir uns besonders wertvoll fühlen möchten. Wir alle brauchen Aufmerksamkeit, und dies ist ein weiterer Aspekt dieses Themas. In wie vielen Fällen verursachen Kinder, und auch Erwachsene Probleme, und dies nur, um Aufmerksamkeit zu erlangen?

Wie kann aber mehr Respekt unser Umfeld verändern? Es gibt nur Vorteile, wenn er zunimmt:
Die Menschen sehen sich gegenseitig als wertvoll an. Das Selbstwertgefühl wird gestärkt, und dies ist gesund. Viel weniger Menschen versuchen, durch schwieriges Verhalten die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Stress-Situationen lassen nach. Die Lebensqualität der direkt, und auch indirekt betroffenen erhöht sich. Freundschaften werden gefördert.

Was können wir daraus lernen?
Respekt ist die Basis für zivilisiertes Verhalten in einer Gruppe und in der Gesellschaft.
Respekt gegenüber der Natur, ist aber auch die Basis für das Überleben der Menschheit auf diesem Planeten.
Respekt ist der Hauptbestandteil, der für Wachstum von wertvoller Beziehungen, und für Lebensqualität bürgt.

Versuchen wir doch im neuen Jahr, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, anderen Mitmenschen und aber auch der Natur mehr Respekt zu erweisen.
Versuchen wir aber auch, uns so zu verhalten, dass man auch uns Respekt erweisen kann.
Und lassen wir uns überraschen, wie unsere Beziehungen immer reicher werden.

In dem Sinn wünsche ich Ihnen und Ihren Familien, ein gesegnetes und friedliches neues Jahr, alles Gute, viel Glück und das wichtigste: Gute Gesundheit.

Clive Robert Spichty-Weber

 

Während dem Konzert...   war die Apéro-Crew..
bereits fleissig...   am vorbereiten.