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Der Weg zurück ins Leben

Als Tankred Gehren in sein Haus in der italienischen Küstenlandschaft Maremma zurückkehrt, findet er es verwüstet und unbewohnbar. Der Ingenieur hat nach dem Auseinanderbrechen seiner gutbürgerlichen Familie fünf Jahre als Entwicklungshelfer in Marokko gearbeitet und dort die späte Liebe seines Lebens gefunden. Doch die Hoffnung auf eine neue Existenz mit ihr erweist sich als Illusion. So zieht er sich auf den einsamen Landsitz in Mittelitalien zurück.

Gehren nimmt den schier aussichtslosen Kampf mit all den Beschädigungen auf, die das Haus durch Feuer und Vandalen erlitten hat. Die Geschichte des lädierten geschichtsträchtigen Hauses wird gekonnt mit der Geschichte des physisch und psychisch versehrten älteren Mannes verknüpft. Wird es Tankred gelingen, mit bescheidensten Mitteln und mit der Hilfe von Freunden das Haus wieder bewohnbar zu machen und dadurch zurück ins Leben zu finden?

Valentin Herzog zeichnet in seinem neuen Werk ein vielschichtiges Bild einer vermeintlich gescheiterten Existenz. Mutig setzt er sich literarisch mit dem eher randständigen und doch existenziellen Thema auseinander: Wie finden ältere Menschen, die aus dem Raster von Berufserfolg und funktionierender Familie gefallen sind, wieder in ein würdiges und hoffnungsvolles Leben zurück? Souverän verbindet Herzog verschiedene erzählperspektiven, Rückblenden und Binnenerzählungen und verleiht dadurch dem Roman Tiefe und Spannung.